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Fahrzeug
Funktion

DPF-Differenzdrucksensor anlernen

Nach dem Tausch des DPF-Differenzdrucksensors beim MQB-TDI in CarPort den gemessenen Rußwert neu anlernen.

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Nach Arbeiten am Dieselpartikelfilter (DPF) muss der gemessene Rußwert in CarPort neu angelernt werden, damit das Motorsteuergerät wieder mit dem realen Zustand von Filter bzw. Sensor rechnet.

Diese Anleitung wird in folgenden Szenarien verwendet:

  • Partikelfilter (DPF) getauscht – der neue Filter ist praktisch rußfrei; der gemessene Rußwert muss neu referenziert werden.
  • Partikelfilter (DPF) gereinigt – nach der Reinigung ist der Filter (nahezu) rußfrei; der alte, hohe Rußwert passt nicht mehr.
  • DPF-Differenzdrucksensor getauscht – der neue Sensor weicht im Nullpunkt minimal vom alten ab; der gemessene Rußwert wird auf den neuen Sensor referenziert.

In allen drei Fällen ist der Ablauf identisch: in der Grundeinstellung den Block „Neuanlernen des gemessenen Rußwerts” ausführen.

Der Differenzdrucksensor am Dieselpartikelfilter (DPF) misst den Druckunterschied vor und hinter dem Filter. Je mehr Ruß eingelagert ist, desto höher der Strömungswiderstand und desto größer der Differenzdruck. Aus diesem Wert leitet das Motorsteuergerät den gemessenen Rußwert ab und gleicht ihn laufend mit dem berechneten Modellwert (aus Last, Drehzahl, Luftmasse, Abgastemperatur und Verbrauch) ab.

Grundeinstellung Block 1294 „Neuanlernen des gemessenen Rußwerts” in CarPort


1. Warum anlernen?

  • Der Differenzdrucksensor liefert die Kontrollgröße für die Rußbeladung. Das Steuergerät vergleicht den gemessenen Rußwert (aus dem Differenzdruck) mit dem berechneten Modellwert.
  • Nach einem Filtertausch oder einer Filterreinigung ist der Filter real (nahezu) rußfrei – der gespeicherte, hohe Rußwert passt nicht mehr und muss auf einen niedrigen Startwert neu referenziert werden.
  • Nach einem Sensortausch weicht der neue Sensor im Nullpunkt minimal vom alten ab; durch das Anlernen wird der gemessene Rußwert auf den neuen Sensor neu referenziert.
  • Ohne Anlernen drohen häufigere Regenerationen mit Mehrverbrauch und Ölverdünnung oder – im umgekehrten Fall – eine Überladung des DPF mit Leistungsverlust und Motorkontrollleuchte.

⚠️ Nicht verwechseln: Block 1076 „Adaption Differenzdrucksensor Niederdruck-AGR” betrifft einen anderen Sensor (Niederdruck-AGR-Strecke) und ist für den DPF-Differenzdrucksensor nicht der richtige Block.


2. Voraussetzungen

  • Diagnose-Interface ist verbunden (Statusleiste unten zeigt z. B. „Verbunden mit … Adapter bereit.”)
  • Die durchgeführte Arbeit ist abgeschlossen: neuer bzw. gereinigter Filter verbaut oder neuer Sensor montiert; Druckschläuche und Stecker sitzen korrekt und dicht
  • Zündung ein, Motor aus – ohne Abgasstrom liegt am Sensor kein Differenzdruck an, damit der Nullpunkt korrekt erfasst wird
  • Stabile Bordnetzspannung (bei Bedarf Ladegerät anschließen)
  • Den Fehlerspeicher des Motorsteuergeräts vorher löschen

3. Grundeinstellung öffnen und Block wählen

  1. Wähle das Steuergerät 01 – Motorelektronik aus.
  2. Wechsle zum Reiter Grundeinstellung.
  3. Wähle den Eintrag „Neuanlernen des gemessenen Rußwerts” aus.

Hinweis: Je nach Motor und Software-Stand kann die Block-Nummerierung leicht abweichen. Maßgeblich ist der Block „Neuanlernen des gemessenen Rußwerts”.


4. Anlernen starten

  1. Klicke rechts oben auf Start.
  2. Das Steuergerät führt das Anlernen aus. Im Bereich Messwerte siehst du den Verlauf – warte, bis der Status abgeschlossen bzw. erfolgreich gemeldet wird.
  3. Schalte anschließend die Zündung aus und warte mindestens 10 Sekunden, damit das Steuergerät die Werte sicher übernimmt.

💡 Werden die nötigen Bedingungen nicht erfüllt (z. B. Motor läuft, Spannung zu niedrig), bricht das Steuergerät die Grundeinstellung ab. Stelle die Bedingungen aus Schritt 2 her und starte erneut.


5. Ergebnis prüfen

  1. Lösche den Fehlerspeicher und lies ihn erneut aus – es darf kein neuer Differenzdruck- bzw. DPF-Fehler hinterlegt sein.
  2. Prüfe in den Messwertblöcken die gemessene und die berechnete Rußmasse auf Plausibilität. Bei stehendem Motor sollte der Differenzdruck nahe 0 liegen.
  3. Mache eine kurze Probefahrt – möglichst mit angeschlossener Diagnose – und kontrolliere, dass die Druckwerte über verschiedene Lastpunkte plausibel sind und kein Fehler wiederkehrt.

6. Hintergrund: gemessener vs. modellierter Rußwert

Das Steuergerät kennt die DPF-Beladung über zwei voneinander unabhängige Wege:

  • Gemessener Rußwert: aus dem Differenzdruck (Differenzdruckgeber G505) und dem Abgas-Volumenstrom berechnet. Genau dieser Wert hängt direkt am Sensor und wird mit Block 1294 neu angelernt.
  • Modellierter Rußwert: rechnerisch aus Betriebsdaten (Drehzahl, Last, Einspritzmenge, Temperatur) ermittelt – unabhängig vom Sensor.

Weichen beide Werte zu stark voneinander ab, meldet das Steuergerät einen Fehler. Das Neuanlernen sorgt dafür, dass der gemessene Wert wieder zum realen Zustand von Filter und Sensor passt.


7. Hinweise

  • Schläuche und Stecker prüfen: Häufige Fehlerursache sind nicht der Sensor selbst, sondern verrußte, geknickte oder undichte Druckschläuche bzw. ein korrodierter Stecker. Prüfe sie beim Tausch mit.
  • Regeneration – wann sinnvoll? Ein reiner Sensortausch verändert die tatsächliche Rußbeladung nicht; eine Service-/Notregeneration ist nur sinnvoll, wenn der Filter wirklich beladen ist. Nach Filtertausch oder -reinigung ist der Filter dagegen real (nahezu) leer – hier geht es nur um das Neureferenzieren des gemessenen Rußwerts, nicht um eine Regeneration.
  • Richtiger Sensor: Der DPF-Differenzdrucksensor ist nicht der Niederdruck-AGR-Differenzdrucksensor (Block 1076) und nicht der Abgasdruckgeber – achte auf die passende Teilenummer.
  • Bedingungen kommen vom Steuergerät: Welche Werte angezeigt werden und welche Voraussetzungen gelten, gibt das Steuergerät vor; bei nicht erfüllten Bedingungen läuft die Routine nicht.
  • Fehler tritt erneut auf? Prüfe Druckschläuche (Risse, Verstopfung, Vertauschung), Steckverbindung und Leitung sowie den korrekten Sitz des Sensors.
  • Fehlende Blöcke: Je nach Motor, Software-Stand und Codierung sind nicht alle Blöcke sichtbar oder leicht anders benannt – das ist normal und kein Fehler.