Codierung & Anpassung
Mit Codierung und Anpassung aktivierst du Fahrzeugfunktionen, änderst Parameter von Steuergeräten, setzt Serviceintervalle zurück und pflegst die Verbauliste.
Diese Funktionen sind „schreibend“: Sie greifen aktiv in die Konfiguration von Steuergeräten ein und verändern Parameter im Fahrzeug – wende sie daher nur an, wenn du weißt, was du tust, und notiere dir vorher stets die Originalwerte. Bei vielen Steuergeräten ist zuvor eine Zugriffsberechtigung oder eine SFD-Freischaltung erforderlich.
Codierung

Die Codierung von Steuergeräten dient dazu, Funktionen zu aktivieren, zu deaktivieren oder zwischen verschiedenen Varianten umzuschalten. Jedes Fahrzeugmodell wird mit einer Vielzahl von Ausstattungsoptionen angeboten, die je nach Markt, Modell und Serienausstattung variieren. Die Hardware ist dabei oft identisch verbaut – erst die Codierung des zugehörigen Steuergeräts bestimmt, welche Funktionen tatsächlich aktiv sind.
Ein typisches Beispiel: Ein Fahrzeug ist ab Werk mit Halogenscheinwerfern ausgestattet, die Hardware unterstützt aber auch Xenon oder LED. Über die Codierung des Steuergeräts wird festgelegt, welcher Scheinwerfertyp verbaut ist und wie die Lichtsteuerung arbeitet. Weitere gängige Codierungsänderungen betreffen z. B.:
- Aktivierung oder Deaktivierung der Tagfahrlichtfunktion
- Verhalten der Zentralverriegelung (z. B. automatisches Verriegeln bei Fahrt)
- Spiegelabsenkung beim Rückwärtsfahren
- Konfiguration der Komfortblinker-Tippanzahl
- Anpassung der Schließhilfe bei elektrischen Fensterhebern
⚠️ Achtung: Eine fehlerhafte Codierung kann dazu führen, dass Funktionen des Fahrzeugs nicht mehr korrekt arbeiten oder Fehlermeldungen im Steuergerät ausgelöst werden. Notiere dir vor jeder Änderung den aktuellen Codierungswert, damit du diesen im Bedarfsfall wiederherstellen kannst.
Im VAG-Konzern wird zwischen zwei Codierungsverfahren unterschieden. Welches Verfahren verwendet wird, hängt ausschließlich von der Implementierung des Steuergeräts ab.
Kurze Codierung
Die kurze Codierung verwendet einen einfachen numerischen Code (3-, 5- oder 7-stellige Dezimalzahl), um die Konfiguration eines Steuergeräts zu definieren. Jede Ziffer bzw. Zifferngruppe innerhalb dieses Codes repräsentiert einen bestimmten Satz von Funktionen.
- Protokolle: Ausschließlich bei KWP1281 und KWP2000.
- Varianten und Wertebereiche: Je nach Steuergerät wird eine von vier Varianten verwendet. CarPort erkennt den Typ automatisch und schränkt den zulässigen Eingabebereich entsprechend ein:
| Variante | Wertebereich | Stellen |
|---|---|---|
| 7-Bit | 0–127 | 3-stellig |
| 15-Bit | 0–32767 | 5-stellig |
| 20-Bit | 0–1048575 | 7-stellig |
| 23-Bit | 0–8388607 | 7-stellig |
- Darstellung: Liegen Beschreibungsdaten vor, zeigt CarPort die Bedeutung jeder Ziffer oder Zifferngruppe im Klartext an (z. B. „Ziffer 1: Scheinwerfertyp – 0 = Halogen, 1 = Xenon“). Ohne Beschreibungsdaten wird der numerische Code ohne weitere Erläuterung dargestellt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung (kurze Codierung):
- CarPort zeigt den aktuell im Steuergerät gespeicherten Codierungswert an. Notiere dir diesen Wert.
- Liegen Beschreibungsdaten vor, kannst du die einzelnen Ziffern über die angezeigten Auswahlfelder ändern.
- Alternativ gib den neuen Codierungswert direkt als Zahl in das Eingabefeld
Neue Codierung:ein. - Klicke auf
Speichern..., um die Codierung an das Steuergerät zu übertragen.
Lange Codierung
Die lange Codierung bietet eine wesentlich feinere Kontrolle über die Steuergerätekonfiguration. Anstatt einer einzelnen Zahl wird ein hexadezimaler Byte-String verwendet, bei dem jedes einzelne Bit eine spezifische Funktion oder einen Parameter repräsentiert.
- Protokolle: Bei KWP2000 und UDS.
- Darstellung: Die Codierung wird als Folge von Bytes dargestellt (z. B.
0F 3A 00 12 8B). Jedes Byte besteht aus 8 Bits, die einzeln gesetzt oder gelöscht werden können.
Darstellung mit und ohne Beschreibungsdaten:
Liegen Beschreibungsdaten für das Steuergerät vor, zeigt CarPort für jedes Bit eine Klartext-Beschreibung als Checkbox an (z. B. „Tagfahrlicht aktiv“, „Spiegelabsenkung beim Rückwärtsfahren“). Du kannst die gewünschten Funktionen durch einfaches Setzen oder Entfernen der Häkchen konfigurieren.
Sind keine Beschreibungsdaten vorhanden, zeigt CarPort eine generische Ansicht mit Byte- und Bitnummer an (z. B. „Byte 3, Bit 5“). In diesem Fall musst du die Bedeutung der einzelnen Bits aus einer externen Quelle kennen (z. B. Fahrzeugforen, Werkstattdokumentation). Du kannst die Bits aber sehr gezielt ändern, wenn du die entsprechenden Informationen hast.
Schritt-für-Schritt-Anleitung (lange Codierung):
- CarPort liest die aktuelle Codierung aus dem Steuergerät und stellt sie dar. Notiere dir den angezeigten Hexadezimalwert als Sicherungskopie. Alternativ findest du die Codierung auch im Diagnosebericht.
- Aktiviere oder deaktiviere die gewünschten Funktionen über die Auswahlfelder (bei vorhandenen Beschreibungsdaten) oder ändere die Bit-Werte über die Checkboxen bzw. schreibe direkt ganze Byte-Werte in das Eingabefeld
Neue Codierung:. - Klicke auf
Speichern..., um die neue Codierung an das Steuergerät zu übertragen.
💡 Tipp: In der Byte-Ansicht kannst du einzelne Bytes direkt als Hexadezimalwert bearbeiten. Die Checkbox-Darstellung aktualisiert sich dabei automatisch und umgekehrt – beide Ansichten sind stets synchron.
Codierung und Zugriffsberechtigung
Einige Steuergeräte erfordern vor dem Schreiben einer neuen Codierung eine Zugriffsberechtigung. In diesem Fall fordert CarPort dich vor der Übertragung zur Eingabe des erforderlichen Zugangscodes auf. Bei neueren Fahrzeugen mit SFD (Schutz der Fahrzeugdiagnose) können Codierungsänderungen zusätzlich durch kryptografische Schutzmechanismen eingeschränkt sein.
Anpassung

Die Anpassung ermöglicht es, konfigurierbare Parameter eines Steuergeräts zu verändern. Im Unterschied zur Codierung, die Funktionen ein- oder ausschaltet, dient die Anpassung dazu, Werte innerhalb einer bestehenden Funktion zu kalibrieren oder zu justieren.
Typische Anwendungsfälle für Anpassungen sind:
- Kalibrierung nach Bauteilaustausch: z. B. Injektormengenwerte nach dem Wechsel einer Einspritzdüse hinterlegen.
- Justierung von Sollwerten: z. B. Leerlaufdrehzahl, Lichtempfindlichkeit des Regen-/Lichtsensors, Empfindlichkeit der Einparkhilfe.
- Aktivierung von Funktionen mit Parametern: z. B. Tagfahrlicht-Dimmwert, Coming-Home-Zeit.
- Rücksetzung von Servicezählern: z. B. Serviceintervall-Anzeige nach einem Ölwechsel zurücksetzen (komfortabler mit dem Service-Assistenten).
⚠️ Achtung: Anpassungen verändern das Verhalten des Steuergeräts. Fehlerhafte Werte können zu Funktionsstörungen oder sicherheitsrelevantem Fehlverhalten führen. Notiere dir vor jeder Änderung den aktuellen Originalwert, damit du diesen im Bedarfsfall wiederherstellen kannst.
Der Ablauf und die Darstellung der Anpassungsfunktion unterscheiden sich je nach verwendetem Diagnoseprotokoll erheblich.
Anpassung bei KWP1281 / KWP2000
Bei den älteren Protokollen KWP1281 und KWP2000 sind die Anpassungsparameter in nummerierten Kanälen organisiert:
- KWP1281: Kanäle 0 bis 100
- KWP2000: Kanäle 0 bis 255
Jeder Kanal enthält einen einzelnen Wert. Dieser ist in der Regel ein 16-Bit-Wert (Bereich 0–65535) oder ein 8-Bit-Wert (Bereich 0–255). Als Sonderform existiert die Lange Anpassung, bei der ASCII-Textwerte hinterlegt werden (z. B. Injektormengenwerte als Zeichenkette).
Darstellung der Kanäle:
Liegen für das Steuergerät Beschreibungsdaten in CarPort vor, werden die Kanäle mit Klartextnamen angezeigt (z. B. „Leerlaufdrehzahl“, „Drosselklappenadaption“). Zusätzlich werden die Rohdaten in physikalische Werte mit Einheiten umgerechnet (z. B. 0–100 % oder -50 bis +50 °C) oder als Auswahlliste dargestellt (z. B. „0 = Aus, 1 = Ein“).
Sind keine Beschreibungsdaten vorhanden, erfolgt die Darstellung generisch über die Kanalnummer (z. B. „Anpassung 42“) mit dem unformatierten Rohwert. Die Verwendung der Beschreibungsdaten lässt sich über die Checkbox Beschreibungsdaten verwenden, falls verfügbar ein- und ausschalten, um auch direkten Zugriff auf die Rohwerte zu ermöglichen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Wähle den gewünschten Anpassungskanal aus der Liste oder gib die Kanalnummer manuell ein.
- Der aktuell im Steuergerät gespeicherte Wert wird angezeigt. Notiere dir diesen Wert, bevor du Änderungen vornimmst.
- Gib den neuen Wert in das Eingabefeld ein.
- Klicke auf
Testen, um den Wert zu testen.- Der Wert wird in den flüchtigen Speicher des Steuergeräts übernommen. Das Steuergerät verwendet den neuen Wert sofort, er geht jedoch beim nächsten Neustart verloren.
- Ist der Wert ungültig oder außerhalb des zulässigen Bereichs, zeigt das Steuergerät eine Fehlermeldung an.
- Überprüfe, ob das gewünschte Verhalten eintritt.
- Klicke auf
Speichern..., um den Wert dauerhaft im Steuergerät zu speichern.
💡 Tipp: Der zweistufige Prozess (Testen → Speichern) dient als Sicherheitsmechanismus. Solange du nur Testen verwendest, kannst du durch einen Neustart der Zündung jederzeit zum Originalwert zurückkehren. Erst Speichern... macht die Änderung permanent.
Anpassung bei UDS
Bei modernen Steuergeräten mit dem UDS-Protokoll unterscheidet sich die Anpassung grundlegend:
- Identifier statt Kanalnummern: Anpassungsparameter werden über 16-Bit-Identifier adressiert. Die Zuordnung zu einem Klartextnamen erfolgt ausschließlich über ODX-Beschreibungsdaten (ASAM-Datensatz).
- Komplexe Datenstrukturen: Anpassungswerte bei UDS können einfache numerische Werte sein, aber auch Bitfelder, Zeichenketten oder mehrteilige Strukturen umfassen.
- Direktes Speichern: Im Gegensatz zu KWP1281/KWP2000 gibt es bei UDS keinen separaten Test-Schritt. Änderungen werden beim Übertragen sofort dauerhaft im Steuergerät gespeichert.
- Beschreibungsdaten erforderlich: Ohne die passenden ODX-Daten sind die Identifier und deren Werte nicht interpretierbar. CarPort benötigt daher zwingend die korrekten Beschreibungsdaten für das jeweilige Steuergerät.
⚠️ Achtung: Da bei UDS-Steuergeräten Änderungen sofort dauerhaft gespeichert werden, gibt es keine Möglichkeit, den neuen Wert zunächst flüchtig zu testen. Stelle sicher, dass der eingegebene Wert korrekt ist, bevor du ihn überträgst.
Service-Assistent

Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns verfügen über eine Serviceintervall-Anzeige, die den Fahrer an fällige Wartungsarbeiten erinnert (z. B. Ölwechsel, Inspektion). Diese Intervalldaten werden im Kombiinstrument (Tacho) als Anpassungskanäle gespeichert und umfassen typischerweise die verbleibende Strecke (in km) und die verbleibende Zeit (in Tagen) bis zum nächsten Service.
Nach Durchführung einer Wartung müssen diese Zähler manuell zurückgesetzt werden, damit die Serviceintervall-Anzeige korrekt arbeitet. Technisch geschieht dies über die Funktion Anpassung des Kombiinstruments – die entsprechenden Kanäle müssen einzeln auf die passenden Werte gesetzt werden.
Der Service-Assistent in CarPort vereinfacht diesen Vorgang erheblich: Er fasst alle relevanten Serviceintervall-Parameter in einer übersichtlichen Ansicht zusammen und ermöglicht das Zurücksetzen mit wenigen Klicks – du musst die einzelnen Anpassungskanäle und deren Sollwerte nicht kennen.
Funktionen:
- Übersichtliche Darstellung: Alle serviceintervallrelevanten Anpassungskanäle werden mit ihren aktuellen und neuen Werten angezeigt.
- Vordefinierte Jobs: Im Bereich
Jobsstehen häufige Service-Szenarien als vordefinierte Auswahlgruppen bereit (z. B. nur Ölwechselintervall zurücksetzen, Ölwechsel + Inspektion zurücksetzen). Die Auswahl eines Jobs markiert automatisch die zugehörigen Anpassungskanäle mit den korrekten Zielwerten. - Änderungsvorschau: Alle Kanäle, deren Werte durch den gewählten Job verändert werden, sind gelb hinterlegt – so siehst du vor dem Übertragen genau, welche Parameter angepasst werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Starte den Service-Assistenten über das Menü
Extras→Service-Assistent startenoder über die gleichnamige Schaltfläche in der Symbolleiste. - Wähle im Bereich
Jobsden gewünschten Service-Job aus (z. B. Ölwechsel, Inspektion oder beides). - Prüfe die gelb hinterlegten Änderungen in der Übersicht. Bei Bedarf kannst du einzelne Werte manuell anpassen.
- Klicke auf
Änderungen speichern..., um die Änderungen an das Steuergerät zu übertragen. - Schalte die Zündung aus und wieder ein, damit das Kombiinstrument die neuen Werte übernimmt und die Serviceintervall-Anzeige aktualisiert wird.
💡 Tipp: Falls der Service-Assistent für dein Fahrzeug keine vordefinierten Jobs anbietet, kannst du die Serviceintervalle auch manuell über die Anpassungsfunktion des Kombiinstruments zurücksetzen.
Verbauliste

Die Verbauliste ist ein im Diagnose-Gateway (Adresse 19) gespeichertes Verzeichnis aller im Fahrzeug verbauten Steuergeräte. Sie dient als zentrale Referenz dafür, welche elektronischen Systeme im Fahrzeug vorhanden sind.
ℹ️ Hinweis: Die Verbauliste ist ausschließlich bei Fahrzeugen mit CAN-Bus-Diagnosegateway verfügbar. Ältere Fahrzeuge mit reiner K-Leitungs-Diagnose besitzen kein Gateway und somit keine Verbauliste.
Bedeutung der Verbauliste:
Die Verbauliste wird von CarPort an mehreren Stellen genutzt:
- Steuergeräteauswahl: Im Reiter
Installiertezeigt CarPort nur die Steuergeräte an, die in der Verbauliste als verbaut eingetragen sind. - AutoScan: Beim automatischen Fehlerscan werden gezielt die in der Verbauliste gelisteten Steuergeräte abgefragt, was den Scan-Vorgang erheblich beschleunigt.
Wann muss die Verbauliste angepasst werden?
In der Regel stimmt die Verbauliste mit der tatsächlichen Fahrzeugausstattung überein. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine manuelle Anpassung notwendig ist:
- Nachträglicher Einbau von Komponenten: z. B. Anhängerkupplung mit eigenem Steuergerät, Nachrüstung einer Standheizung oder einer Rückfahrkamera.
- Entfernung von Steuergeräten: z. B. Ausbau eines nicht mehr benötigten Systems.
- Fehlende oder falsche Einträge: In seltenen Fällen kann die werksseitige Verbauliste unvollständig oder fehlerhaft sein.
Ist ein Steuergerät physisch verbaut, aber nicht in der Verbauliste eingetragen, wird es im AutoScan übersprungen und erscheint nicht in der Steuergeräteauswahl unter Installierte. Umgekehrt führt ein Eintrag für ein nicht vorhandenes Steuergerät zu Verbindungsfehlern beim AutoScan.
ℹ️ Wichtig: Eine nicht zur tatsächlichen Ausstattung passende Verbauliste führt häufig zu Einträgen im Fehlerspeicher. Ist ein Steuergerät in der Liste eingetragen, aber physisch nicht vorhanden (Minderverbau), erkennt das Gateway einen Kommunikationsfehler. Ist umgekehrt ein Steuergerät verbaut, aber nicht in der Liste geführt (Mehrverbau), können abhängige Systeme Fehlermeldungen erzeugen, weil erwartete Daten ausbleiben. Passe die Verbauliste daher immer an, wenn sich die Fahrzeugausstattung ändert.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Öffne den Reiter Verbauliste im verbundenen Gateway-Steuergerät (Adresse 19).
- CarPort zeigt die aktuelle Liste aller möglichen Steuergeräte mit einem Häkchen für jedes als verbaut eingetragene System an.
- Setze das Häkchen bei Steuergeräten, die hinzugefügt werden sollen, oder entferne es bei Steuergeräten, die nicht mehr verbaut sind.
- Klicke auf
Speichern..., um die Änderungen dauerhaft im Gateway zu speichern.
💡 Tipp: Möchtest du deine Änderungen vor dem Speichern verwerfen, klicke auf Zurücksetzen, um zur ursprünglich ausgelesenen Liste zurückzukehren. Dies ist nur möglich, solange noch nicht gespeichert wurde.
Diagnosemodus (UDS)
Bei Steuergeräten mit UDS-Protokoll arbeitet die Diagnosekommunikation in verschiedenen Diagnosesitzungen (Diagnostic Sessions). Jede Sitzung definiert, welche Befehle das Steuergerät akzeptiert und welche Funktionen freigegeben sind. CarPort wechselt beim Verbindungsaufbau automatisch in den passenden Modus – in bestimmten Situationen kann es jedoch notwendig sein, den Modus manuell umzuschalten.
Umschalten des Diagnosemodus:
Bei geöffneter UDS-Verbindung findest du rechts oben im Steuergeräte-Fenster eine Dropdown-Auswahl für den Diagnosemodus. Folgende Modi stehen zur Verfügung:
| Modus | Beschreibung |
|---|---|
VW-Diagnosemodus |
Der Standard-Modus für die VAG-spezifische Diagnose. Wird nach jedem Verbindungsaufbau automatisch durch CarPort gesetzt. Hier stehen alle üblichen Diagnosefunktionen zur Verfügung (Fehlerspeicher, Messwerte, Codierung, Anpassung, Grundeinstellung usw.). |
OBD-Diagnosemodus |
Eingeschränkter Diagnosemodus, der sowohl für die generische OBD-2-Diagnose als auch VAG-spezifisch genutzt wird. Lesende Funktionen (Fehlerspeicher, Messwerte, Steuergeräteinfos) sind verfügbar, schreibende Zugriffe (Codierung, Anpassung, Grundeinstellung, Stellgliedtest) sind jedoch nicht möglich. |
Programmiermodus |
Programmiermodus zum Flashen von Steuergerätesoftware. Wird für Firmware-Updates benötigt. |
EOL-Modus |
Spezieller Modus für End-of-Line-Tests am Ende der Fertigungslinie. Ermöglicht Zugriff auf werksseitige Konfigurationsfunktionen. |
Entwicklungsmodus |
Entwicklungsmodus mit erweiterten Diagnosefunktionen, der normalerweise nur in der Fahrzeugentwicklung verwendet wird. |
Wann muss der Modus manuell gewechselt werden?
In der Regel ist ein manuelles Umschalten nicht notwendig, da CarPort automatisch den VW-Diagnosemodus setzt. Bestimmte spezielle Funktionen – insbesondere einzelne Codierungsoptionen – erfordern jedoch den Wechsel in den EOL-Modus oder Entwicklungsmodus.
ℹ️ Hinweis: Bei Fahrzeugen mit Secure Gateway (SFD/UNECE) ist ausschließlich der OBD-Diagnosemodus verfügbar. Das Gateway blockiert den Wechsel in andere Diagnosesitzungen, solange keine Gateway-Authentifizierung erfolgt ist.